WELTENBUMMLER & STADTTRANSFORMATION

Arbeiten von Sander Salim & Petra Mosquera

Vernissage: Freitag, 24. Juni 2011, 19h

Ausstellungsdauer:    25. Juni  bis 24. August 2011

 

Petra Mosquera

Metall-Art: neue experimentelle Acrylmalerei und Assemblagen von Petra Mosquera.
Die Inspiration zur Reihe Stadtformation entstand durch eine lebenslange Verbindung zur Architektur und die Liebe zu den Bauhauskünstlern und der Nachkriegsmoderne. Ein vom Bauen beseelter Vater, der als Architekt noch mit Walter Gropius arbeitete und in dessen Umgebung die Eisensäge ständig neue Abfallprodukte erzeugte, hinterließen die Freude an der Motivsuche, an der Ästhetik und den Spaß am Experimentieren.
Stahl, Kupfer, Messing, Aluminium – als dominierendes Material in der Malerei eingesetzt, führt es zu erstaunlichen Ergebnissen, Das Metall strahlt aus dem Bild heraus und ergibt in Kombination mit den Kräftigen Lackfarben den metallischen Glanz der Bilder. Das Motiv soll leuchten und sich in Szene setzen – und obwohl farblich und formal verfremdet wird es symbolisch sofort zugeordnet. Sydney – New York – Berlin – der Funkturm als Wahrzeichen unserer Stadt und andere Architekturikonen strahlen den Betrachter an. Erst aus der Nähe zeigen sich die metallischen Elemente isolierter und die Einheit weicht dem einzelnen Teil.
Interessiert, staunend oder belustigt kann das Auge auf Entdeckungsreise gehen. Jeder Suchende findet sein Lieblingsobjekt. Entfernt man sich wieder, hat das Werk eine neue Dimension, man sieht es im wahrsten Sinne des Wortes mit anderen Augen.
Nägel, Schrauben, Nieten und Bohrer dienen einzig zum Zwecke des Zusammenfügens sinnvoller und haltbarer Konstruktionen. Überführt in einen neuen Kontext, zählt nur die Faszination der Form und das metallische Farbespektrum. Eingebettet in ein schichtenreich aufgetragenes Konglomerat von verschiedensten Füllmixturen und Farben wird so der Nagel zur Kunst. In den Stadttransformationen werden Stahlrohre zu Skylines, Segelwanten zu Brückenkonstruktionen, V2R Schrauben zu Türmen und Drahtseile zu Bootskörpern. Mit Vorliebe werden Gitter und Drähte verwendet und der Maschendrahtzaun ist ein Markenzeichen der Metall-Art geworden. Reste von Baugittern oder Drahtzäunen werden zur dynamischen Wellenformation. Hier zeigt sich mit Phantasie und Humor die Ablehnung der Künstlerin gegen Mauern und Grenzen.
Jeder Berliner liebt seinen Funkturm und auf der Suche nach dem geeigneten Material kamen nur Nägel und Schrauben in Betracht, um die Wirkung seines Stahlfachwerks – Bauweise wiederzugeben. Andererseits kann schon die reine Form mit bestimmten Bilderinnerungen assoziiert werden. Ein gefundener Stahlwinkel führte zur Komposition von Sydney und seinem Opernhaus. Im experimentellen Entstehungsprozess kann es aber auch zu erstaunlichen Wendungen kommen – so ist unvorhersehbar durch schichtweises Auf- und Abtragen des Materials der Hudson River sehr tief geworden.
Der eigenwillige Stil der Metall-Art und seine spezielle Wirkung basieren aber eben genau auf dieser Vielschichtigkeit. Erst die Verbindung kontrastierender Formen und Farben und Materialien mit den metallischen Elementen ergibt die lebendige und kraftvolle Ausstrahlung der Reliefbilder.

www.petra-mosquera.de

 

Sander Salim

Sander Salim wurde 1966 in Indonesien geboren und ist dort aufgewachsen. Nach dem Studium der Architektur an der Technical University of Delft, hat er in der Niederlanden gelebt und gearbeitet. Zuerst als ein part-time Architekt und später im IT (information technology) Bereich.
In seiner Arbeit als Photograph  reflektiert er seinen Indonesischen Hintergrund, aber auch sein „Erleben“ in Europa, in dem er mehr als die Hälfte seines Lebens verbrachte. Trotz der Vorliebe für Portraits und Aktphotographie, hat er auch ein großes Interesse in Architektur,  Landschaften, und Naturphotographien. Seine Arbeiten verwendet er für Werbung, Promotion Material und auf mehreren Webseiten. 
Sander liebt Reisen und war schon in vielen verschiedenen Teilen der Welt. In den letzten acht Jahren hat er mit seinem Partner in Istanbul, Turkey und Jakarta (Indonesien) gelebt.
Zurzeit arbeitet er als Kunst-Galerie Manager, spezialisiert sich in indonesischer, moderner Kunst (Gallery Lukisan), Photograph und Webdesigner in Dublin, Ireland.
Wegen des Klimas in den Tropen, ist es normal, dass Männer und Jungen oft mit freiem Oberkörper arbeiten und nur mit Shorts oder dem Sarong (ein langes Stück Tuch, das um die Hüften gewickelt und vorwiegend von Männern getragen wird) bekleidet sind. Niemand nimmt Anstoß daran. In manchen Teilen ist es sogar auch Frauen erlaubt, oben unbekleidet  zu sein. Nichtdestotrotz gab es sehr wenig Darstellung von dieser Form der Akte. 
In dem Teil der Welt, wo Sander aufgewachsen, ist Schüchternheit vor dem nackten Körper der Menschen, oder wie Manche sagen, Besonnenheit  das Schlüsselwort. Der dargestellte Akt wird schnell verbunden mit Sexualität und assoziert mit Pornographie.
In seinen männlichen Akten versucht Sander die künstlerischen Seiten der asiatischen Männer zu erforschen. Es reflektiert auch die gesteigerte Konfident der jungen Männer mit ihren Körper, sexuellen Orientierungen und das Selbstvertrauen in ein Land, das sich sehr schnell entwickelt…und eine bedeutende Rolle mit wirtschaftlichem und kulturellem Einfluss in der Asien Region übernimmt.

www.lukisan.nl

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